Erstellt am 22. Dezember 2014

LV Königssee, 15.-18.12.2014


Nach Winterberg ging's nun weiter für BSC Fahrerin Ashleigh auf die Heimbahn an den Königssee zum 2. Landesverbandslehrgang dieser Wintersaison. 

Als jüngste Teilnehmerin im Feld startete Ashleigh als 11. und damit letzte in ihren ersten Lauf. Mit einer sehr respektablen Startzeit von 5,45 Sek. und einer Endzeit von 54,07 Sek. rangierte sie sich gleich mal auf Platz 6 ein. In der 2. Fahrt dann konnte sie sich am Start sogar nochmal steigern und ihre Zeit um 4 Hundertstel auf 5,41 Sekunden verbessern und erreichte im 2. Lauf mit einer gelungenen Fahrt durch die von Ashleigh gefürchtete Gerade die drittbeste Laufzeit von 54,31 Sek. Insgesamt konnte sie sich bis auf 16 Hundertstel an die Fünftplatzierte Gina Naessens herankämpfen. Also ein denkbar knapper 6. Platz am Ende für Ashleigh.

Mit ihrem persönlichen Startrekord von 5,41 Sek. und ihrer bisher besten Endzeit von 54,07 Sek. kann Ashleigh mit dem Ergebnis bei diesem Landeslehrgang mehr als zufrieden sein. Genauso sieht das übrigens auch Landestrainer David Lingmann, der sehr stolz auf seinen Schützling ist. 

Gleich im Anschluß zogen die Bayerischen Fahrer/innen weiter zum 3. LV an die Bobbahn nach Altenberg, die Ergebnisse des Lehrgangs dort folgen.

Hier die Gesamtergebnisse der Mädels   


 

 
Erstellt am 19. Dezember 2014

LV Winterberg, 8.-11.12.2014


Der erste Landesverbandslehrgang dieser Wintersaison fand bei winterlichen Bedingungen diese Woche in Winterberg statt. Für BSC München Skeletoni Ashleigh war es nach ihrer 5wöchigen Verletzungspause wieder die erste Möglichkeit, in das deutsche Geschehen einzugreifen.

Beim heutigen Abschlussrennen erreichte sie einen beachtlichen 5. Platz und war damit die beste Bayerin in diesem Feld der Nachwuchsfahrerinnen. Damit kann Ashleigh mehr als zufrieden sein denn sie steigerte sich im Vergleich zum Training der letzten Tage noch einmal. Auch ihre Geschwindigkeit von 125,3 kmh sollte nicht unerwähnt bleiben. Bleibt nur zu sagen, viel Glück für den bevorstehenden Lehrgang am Königssee und hoffentlich kann Ashleigh an ihre Leistungen dort anknüpfen. Wir drücken die Daumen!

Hier die Gesamtergebnisse der Mädels


 

 
Erstellt am 11. Dezember 2014

Tirol Cup, Igls, am 6.12.2014



Bei Nebel über der Bahn in Igls fand am gestrigen Nikolaustag der offene Tirol Cup statt. BSC Fahrerin Ashleigh ging für Deutschland in der Altersklasse Jugend b weiblich an den Start. Mit ihr im Starterfeld 2 Läuferinnen aus Österreich und eine Italienerin.

Ashleigh konnte nach ihrer Fußverletzung nahtlos an ihren vorherigen Leistungsstand anschließen und gewann ihren Wettkampf mit Abstand vor der zweitplatzierten Österreicherin Almut Sopper.

Nun startet Ashleigh morgen zuversichtilich zum ersten Landesvergleichslehrgang nach Winterberg. 

Hier die Ergebnisse von gestern.


 

 
Erstellt am 02. Juni 2015

BSC München Fahrerin Ashleigh Pittaway tritt von

Bundesselektionsmaßnahmen zurück.

 

 

Es gab für Ashleigh und uns Eltern nach Ablauf der Saison 2014/15 bezüglich des Skeletonsports zwei Alternativen. Entweder mit dem Sport ganz aufzuhören oder British Skeleton von Ashleighs fahrerischen Fähigkeiten zu überzeugen in der Hoffnung, aufgenommen zu werden um weiter fahren zu dürfen. Die Erklärung dafür findet der Leser in einer vierteiligen Berichterstattung unter dem Titel ‚Wohin steuert des Fachgebiet Skeleton?' im Anschluss eine kurze Einführung.

 

Am 14.04.2015 gaben wir mit den folgenden Brief an den Verantwortlichen im Verband Ashleighs rucktritt von Bundesmaßnahmen bekannt.

 

Sehr geehrter Herr Schwab,

 

wir haben ein Schreiben vom Verband bekommen, dass unsere Tochter Ashleigh Pittaway für die Saison 2015/16 in den ‚Kader Skeleton‘ aufgenommen ist.

 

Mit unserem Schreiben möchten wir, Sie als Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbands Deutschland e. V., den Cheftrainer für Skeleton Jens Müller, den Bayerischen Sportwart Skeleton Herrn Kleber, den Stützpunkttrainer (Berchtesgaden) Dirk Matschenz und den Bayerischen Landestrainer David Lingmann folgendes mitteilen:

 

Als Ashleigh Pittaways Eltern möchten wir nach reiflicher Überlegung den Bob- und Schlittenverband Deutschland e. V. vor der kommenden Wintersaison rechtzeitig informieren, dass Ashleigh für Bundesselektionsmaßnahmen nicht zur Verfügung steht.

 

Mit freundlichen Grüßen, 

David Pittaway

 

  

am 29.04.2015 haben wir folgenden Brief von dem Generalsekretär Thomas Schwab erhalten.

 

Ich zitiere:

 

„Nichtteilnahme an BSD-Selektionswettkämpfen

 

Vielen Dank für lhr Schreiben vom 14.04.2015. Dass Sie lhre Tochter Ashleigh gerade jetzt von den Maßnahmen des BSD im Bereich Skeleton entbinden wollen, obwohl sie den Sprung in den D/C Kader geschafft hat, verwundert mich und die verantwortlichen Trainer am Stützpunkt schon ein wenig.

 

Selbstverständlich kommen wir Ihrem Wunsch nach, jedoch möchten wir Sie aber auch hiermit über die damit verbundenen Konsequenzen informieren.

 

Ashleigh wird mit sofortiger Wirkung aus dem D/C-Kader Skeleton des BSD ausgeschlossen. Unsere Trainingseinrichtungen an unseren Bundesstützpunkten sowie an den Olympiastützpunkten (z. B. Hallen-, Kraftraum-, Startanlangen sowie Bahnnutzung) können ab diesem Zeitpunkt nur noch in Absprache mit dem Bundesstützpunkttrainer Dirk Matschenz in begrenzter Form vereinbart und genehmigt werden. Sofern Nutzungszeiten vereinbart werden, sind diese kostenpflichtig. Das Schlitten- und Kufenmaterial, welches Ashleigh von Seitens des BSD erhalten hat, ist unverzüglich an den Landestrainer David Lingmann zurück zu geben und steht auch für die Zukunft nicht mehr zur Verfügung.

 

Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihr Vorhaben nochmals überdenken. Ansonsten wünsche ich Ashleigh alles Gute auf ihrem weiteren sportlichen und privaten Lebensweg und verbleibe

 

mit freundliche Grüßen

 

Thomas Schwab

Generalsekretär“

 

 

Am 21.05.2015 habe ich den folgenden Brief an Herrn Schwab geschickt:

 

 

Sehr geehrter Herr Schwab,

 

wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 29.04.2015.

 

Da Sie uns nach dem ‚Warum wir so entschieden haben‘ nicht gefragt haben, überrascht es uns auch nicht, dass Sie über unsere Entscheidung verwundert sind. Herr Matschenz sollte aber nicht verwundert sein, da seine Umgangsform, sein Führungsstil und der Verlauf der Saison 2014/15 unter seiner Regie unter anderem dazu beigetragen haben, dass wir uns vom Skeleton auf Bundesebene zurückgezogen haben.

 

Dies war keine einfache Entscheidung, da wir als Familie am allermeisten (im Nachwuchsbereich) in den Skeletonsport investiert haben und zwar jahrelang. Zudem, keine sportbegeisterte Fahrerin und die dazu gehörige Familie,distanziert sich von einer Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt, Unterstützung bekommt, gefördert wird und Perspektiven hat. Auch wir nicht.

 

Aufgrund Ihrer geschilderten Konsequenzen fühlen wir uns gegenüber den Mitgliedern des BSC München, unseren neu gewonnenen Sponsoren und dem treuen Leserkreis unserer Homepage (mit immerhin durchschnittlich 1000 Klicks pro Monat), verpflichtet, eine transparente, öffentliche Erklärung bez. Ashleighs Rücktritt von Bundesmaßnahmen abzugeben. Im Anhang zu diesem Brief ist ein Teil einer vierteiligen Berichterstattung, der teilweise erklärt, warum wir so gehandelt haben.

 

Übrigens, es wird Sie vielleicht interessieren zu erfahren, dass Gina Naessens, eine weitere Jugendolympiade-Aspirantin aus Berchtesgaden, die auch Europa Cups in Lillehammer gefahren ist und dort unter die Top 10 kam (7. & 8. Platz), mit dem Skeletonsport aufgehört hat. Zufall oder symptomatisch für die schlechte Stimmung im Lager der Skeletonis?

 

Mit freundlichen Grüßen

David Pittaway

 

 

Hier der erster Teil einer vierteiligen Berichterstattung der erklärt, ‚warum Ashleigh und wir von Bundesselektionsmaßnahmen Abstand genommen haben‘.

 

 Wohin steuert das Fachgebiet ‚Skeleton‘?

 Hier Teil eins:

 

BSD: Weichen für kommende Olympiade bis 2018 sind gestellt
Cheftrainer im Amt bestätigt, Trainerteams umgebaut
Berchtesgaden (bsd/23.03.2014)

 

„Chef-Coach Müller wird sein Weltcupteam personell durch die Trainer Dirk Matschenz und René Hoppe verstärken. Dirk Grundmann geht dafür zur Verstärkung in das ICC-Team. Es wird kein eigenes Europacup-Team mehr geben. Das ICC-Team und der Anschlusskader können an möglichen Europacups teilnehmen. Als Leiter des ICC-Teams fungiert ab sofort Christian Baude. David Lingmann aus Oberhof wird neuer Landestrainer Skeleton in Bayern.“

 

Nach Jens Müllers (Cheftrainer für Skeleton) krankheitsbedingter Abwesenheit für die Saison 2014/15 avancierte Dirk Matschenz während der Saison vom Stützpunkttrainer für das Leistungszentrum Berchtesgaden zum Bundestrainer und dann zum stellvertretenden Cheftrainer des Bob- und Schlittenverband Deutschlands und somit übernahm er die Verantwortung für den sportlichen, strategischen ‚Neuanfang‘ im Skeleton.

 

Nach der ‚Pleite von Sochi‘ ist der Wunsch nach einer ‚Wiedergutmachung‘ groß und umso größer, wenn unverhofft ein ‚neuer Kapitän‘ am Ruder ist und allen zeigen will, dass er derjenige ist, der das sinkende Schiff retten kann. Mit den ‚Weltmeisterschaften im Skeleton‘ im eigenen Land (Winterberg 2015) ist der Wunsch nach einem Erfolg seitens des stellvertretenden Cheftrainers auch bei den Weltcups umso größer. Bei so einer Konstellation ist Vorsicht geboten, wenn man nicht drauf sensibilisiert ist, könnten in so einer Situation die eigenen Prioritäten die Oberhand gewinnen und zu einer Vernebelung des ‚Großen Bildes des Skeletonsports‘ führen.

 

Seitdem Ashleigh nicht mehr im Internat des CJDs der ‚Eliteschule des Sports‘ in Berchtesgaden ist und daher seit 1 ½ Jahre nicht mehr im Bundesleistungszentrum Berchtesgaden trainiert, bin ich als Vater zwangsweise für Ashleighs Training in München verantwortlich. Da ich nicht vom Fach bin, ist die Einarbeitung in eine fachfremde Sportart ein zeitaufwendiges Unterfangen. Zudem, da Ashleigh von München aus ‚Skeleton‘ an der Bahn am Königssee betreibt, ist unser Gesamtaufwand als Familie sowohl zeitlich als auch finanziell enorm. Deswegen wollten wir unbedingt wissen, ‚Wohin steuert das Fachgebiet Skeleton?‘

 

Es stellte sich heraus, dass dies keine einfach zu beantwortende Frage  ist. Warum eigentlich? Relevante Informationen erfuhren wir nicht immer, vereinseigene Initiativen werden verpönt und eine strategische Vorgehensweise des ‚Fachgebietes Skeleton als Ganzes‘ ist nicht zu erkennen, zumindest nicht aus unserer Sicht und wir sind verblüfft über manche Handlungsweise und Aussagen der Verantwortlichen im Verband.

 

Sieben Monate nach Erscheinen des BSD Berichts:

 

„Weichen für kommende Olympiade bis 2018 sind gestellt Cheftrainer im Amt bestätigt, Trainerteams umgebaut

 

Neue Startzeiten müssen her, haben wir zu hören bekommen, aber welche Normen für welche Zwecke sind sinnvoll?

 

BSD: Außerordentliche Mitgliederversammlung in Herzogenaurach
Vizepräsident gewählt, Satzungsänderungen verabschiedet
Herzogenaurach (bsd/27.10.2014)

 

Präsident Trautvetter begründet außerdem die sportfachlich notwendige Entscheidung zur Weltcup-Qualifikation eine neue Startleistungs-Norm im Bereich Bob und Skeleton einzuführen: „Diese Neuregelung zeigt Wirkung“.

 

Das stimmt, „Diese Neuregelung zeigt Wirkung“, aber welche?

 

Hier die Ergebnisse des ‚Neuanfangs‘,

Saison 2014/15 im Vergleich zu der angeblichen Pleite der Saison

2013/14, gemessen ausschließlich an den internationalen

Rankings bei den

Europa Cups, Intercontinental Cups & Welt Cups

von einer Saison zur nächsten

 

Bilanz der Frauen: 

 

 Unter Cheftrainer Jens Müller                     Unter Cheftrainer Dirk Matschenz                                        

Europa Cup 2013/14

Europa Cup 2014/15

 

 

 (1.) Platz       Anna Fernstädt

(9.)   Platz       Jacqueline Lölling

 (2.) Platz       Maxi Just

(12.) Platz       Maxi Just

 (3.) Platz       Kim Meylemans

(15.) Platz       Anna Fernstädt

 

 

 

 

Intercontinental Cup 2013/14

Intercontinental Cup 2014/15

 

 

 (1.)   Platz       Tina Hermann

(7.)   Platz        Jacqueline Lölling

 (2.)   Platz       Jacqueline Lölling

(12.) Platz       Anna Fernstädt

 (9.)   Platz       Sophia Griebel

(16.) Platz       Maxi Just

 (12.) Platz     Katherina Heinz

 

 

 

Welt Cup 2013/14

Welt Cup 2014/15

 

 

(5.)   Platz       Anja Huber Selbach

(3.) Platz         Tina Hermann

(6.)   Platz       Marion Thees

(4.) Platz         Anja Huber Selbach

(18.) Platz     Sophia Griebel

(6.) Platz         Sophia Griebel

(20.) Platz     Katherina Heinz

 

 

 

 

 Bilanz der Männer:

 

   Unter Cheftrainer Jens Müller                     Unter Cheftrainer Dirk Matschenz  

Europa Cup 2013/14

Europa Cup 2014/15

 

 

 (1.) Platz       Dominic Rady

(11.) Platz       Fabien Küchler

 (2.) Platz       Axel Jungk

(12.) Platz       Martin Rosenberger

 (3.) Platz       Martin Rosenberger

(13.) Platz       Colin Domke

 (4.) Platz       Michael Zachrau

(19.) Platz       Michael Zachrau

 

 

Intercontinental Cup 2013/14

Intercontinental Cup 2014/15

 

 

 (4.) Platz       Kilian von Schleinitz

(9.) Platz         Michael Zachrau

 (6.) Platz       David Lingmann

(10.) Platz       Dominic Rady

 (10.) Platz     Christopher Grotheer

(13.) Platz       Martin Rosenberger

 (12.) Platz     Alexander Gassner

 

 

 

Welt Cup 2013/14

Welt Cup 2014/15

 

 

 (5.) Platz       Frank Rommel

(3.) Platz         Axel Jungk

 (6.) Platz       Alexander Kröckel

(8.) Platz         Christopher Grotheer

 (18.) Platz     Alexander Gassner

(13.) Platz       Kilian von Schleinitz

 

 

 

Bilanz der Platzierungen in den Kategorien WC, ICC und EC Gesamtwertung, männlich und weiblich unter der Leitung von Cheftrainer Jens Müller nach der

 

Saison 2013/14

Insgesamt 8 Mal 1. bis 3. Platz

 

Bilanz der Platzierungen in den Kategorien WC, ICC und EC Gesamtwertung, männlich und weiblich unter der Regie des stellvertretenden Cheftrainers Dirk Matschenz

 

Saison 2014/15

Insgesamt 2 Mal ein 3. Platz

 

Im Vergleich zur Saison 2013/14 waren die Ergebnisse der Skeletonis bei den ‚Olympischen Spielen in Sochi‘ dagegen eine Formkrise zum absolut falschen Zeitpunkt. In der Saison 2014/15 dagegen könnte man von einer richtigen Medaillenpleite reden.

 

Grund für diese Ergebnissen waren unter anderem die neu eingeführten Startnormen, die dazu führten, dass einige Leistungsträger keine Startberechtigung für die Selektionslehrgänge und daher auch keine Nominierungschancen für die Teilnahme an den Weltcups 2014/15 bekamen.

 

Von einer Saison zur nächsten waren wegen unzureichender Leistung (Startleistung wohl gemerkt) einige Sportlerinnen und Sportler nicht mehr dabei. Dazu zählten die zweimalige Weltmeisterin Marion Thees, Katharina Heinz, EM-Zweite (2012) und nicht zuletzt die 18-jährige Kim Meylemans, dritte des Gesamteuropa-Cups (2013/14), die vor Saisonbeginn zum belgischen Verband wechselte. Bei den Männern waren Alexander Gassner, Junioren-Weltmeister (2010) und Frank Rommel, Europameister (2009) und WM-Zweiter (2012), der seine Laufbahn nach den olympischen Spielen in Sochi beendete nicht mehr dabei.

 

Jaqueline Lölling, Jugend-Olympiasiegerin von 2012 und amtierende Junioren-Weltmeisterin (2013/14) kam wegen unzureichender Startzeiten auch nicht für die Weltcup Mannschaft in Frage, durfte aber wegen ihres Alters Intercontinental Cups fahren.

 

Wie schon geschrieben, ab der Saison 2014/15 galten es neue Startnormen, die auf eine irrtümliche und unverständliche Weise einen vorherrschenden Stellenwert über die entscheidenden Endzeiten im Ziel einnahmen. Nach dem Motto, wer am schnellsten startet gewinnt. Theoretisch könnte dies Gültigkeit haben, aber der Denkfehler dabei ist, dass alle die gleichen Fahrzeiten fahren. Dem ist aber nicht so. Fakt ist, manche Athleten fahren besser als andere und fakt ist, Platzierungen in einem Rennen hängen nicht von den Startzeiten ab, sondern einzig und allein die Endzeiten im Ziel zählen, basta aus.

 

Dies hat ICC Fahrerin Jaqueline Lölling bei den Deutschen Meisterschaften, Weltjuniorenmeisterschaften und den Weltmeisterschaften souverän demonstriert, indem sie trotz unzureichender Startleistung Endzeiten fuhr, die ihr die Titel Deutsche Meisterin, Weltjuniormeisterin und Weltvizemeisterin eingebracht haben.

 

Dabei hatte sie zwei direkte Aufeinandertreffen mit der Weltcup Mannschaft gehabt, die schneller starten als sie und trotzdem bei beiden Begegnungen siegte Jaqueline. Also, es kommt doch nicht nur auf die Startzeiten, sondern auf das Gesamtpaket und die entscheidenden Endzeiten an.

 

Übrigens, diese kritische Betrachtung und Äußerung bezüglich des vorherrschenden Stellenwerts der Startzeiten sollte nicht missverstanden werden. Unsere Tochter Ashleigh leidet definitiv nicht unter unzureichender Startleistungen. Im Gegenteil, obwohl sie mit 14 Jahren die Jüngste im D/C Kader ist, gehört sie mit Startzeiten von 5,39 und 5,38 Sekunden an der Bahn am Königssee zu den schnellsten Starterinnen im Nachwuchsbereich.

 

Ein weiterer Grund für die o. g. magere Medaillenausbeute bei Europa- und Intercontinental Cups liegt auf der Hand; wegen der Fokussierung auf den Weltcups waren die beiden Events still schweigend zur absoluten Nebensache erklärt worden und quasi als unwichtig herabgestuft. Was verständlicherweise zu einer nicht zu unterschätzenden Unzufriedenheit innerhalb der Intercontinental Cup Mannschaft führte.

 

Alles auf eine Karte setzen zu wollen, sprich Erfolg bei den Weltcups und den heimischen Weltmeisterschaften in Winterberg erzwingen zu wollen, hat mehr Schaden angerichtet als manche wahr haben wollen. Der Blick für das Gesamtbild im Skeleton für die Saison 2014/15 ging meiner Meinung nach verloren, zudem die Verhältnismäßigkeit zwischen den verschiedenen Bereichen im Skeleton sowie der zwischenmenschliche Umgang miteinander blieb auf der Strecke.

 

All dies beunruhigt uns als Eltern eines 14-jährigen Mädchens, die sich als 2-fache Deutsche Jugendvizemeisterin und D/C Kadermitglied des BSD, nichts anderes erhofft, als mit Freude Skeleton fahren zu dürfen. 

 ____________________________________________________________________________

 

Hier Teil zwei:

 

‚Wohin steuert des Fachgebiet ‚Skeleton‘?

 

BSD: Weichen für kommende Olympiade bis 2018 sind gestellt
Cheftrainer im Amt bestätigt, Trainerteams umgebaut

 „Berchtesgaden (bsd/23.03.2014)

 

Nach intensiven Besprechungen der BSD-Trainer, der Landestrainer, der Bahnbetreiber, des Präsidiums und Sportausschusses in der Woche vom 17. bis 22. März 2014 in Berchtesgaden wurden die Weichen für den bevorstehenden olympischen Zyklus bis zu den Winterspielen 2018 in Südkorea gestellt.

 

Neuanfang beim Skeleton

 

„Auch im Bereich Skeleton gibt es diverse Veränderungen in der Struktur. Cheftrainer Jens Müller sprach von einem „Neuanfang“ mit einem zweiten Nachwuchssystem, das außer den Umsteigern vom Rennrodeln außerdem auch Neueinsteiger mit Schnellkraft-Talent und der nötigen Risikobereitschaft fördern wird. Vorbilder hierbei sind laut Müller die beiden Olympiasieger Yarnold aus Großbritannien und Tretjakov aus Russland. Nach dem erfolgreichen Vorbild der Rennrodler soll es für diese Neueinsteiger und Talente eine Art B-Team als Anschlusskader geben. Leiter dieses Teams wird Uwe Schupp. Er wird verstärkt Trainingsmaßnahmen auf den deutschen Bahnen für seinen Anschlusskader organisieren. In diesem Team soll die Bedeutung vor allem auf den Startbereich gelegt werden.“

 

„Es wird kein eigenes Europacup-Team mehr geben. Das ICC-Team und der Anschlusskader können an möglichen Europacups teilnehmen.“

 

Wie schaut der ‚Neuanfang‘ im Skeleton aus?

 

Saison 2014/15

 

Fangen wir in diesem Bericht mit Nachwuchsarbeit an:

 

Was ist in diesem Bereich im Skeleton passiert nach der Pleite von Sochi?

 

Zur Erinnerung, nach Jens Müllers krankheitsbedingter Abwesenheit in der Saison 2014/15 avancierte Dirk Matschenz während der Saison vom Stützpunkttrainer für das Leistungszentrum Berchtesgaden zum stellvertretenden Cheftrainer des Bob- und Schlittenverbands Deutschland und somit übernahm er die Verantwortung für den sportlich strategischen ‚Neuanfang‘ für das Fachgebiet Skeleton.

 

Wie sah dieser ‚Neuanfang‘ diesbezüglich aus? Es liegt in der Verantwortung eines jeden Berufstrainers sich ständig fortzubilden und zu dieser Aufgabe gehört speziell für einen Cheftrainer, der für die sportliche & strategische Richtung eines Verbandes zuständig ist auch zu wissen und ständig nachzufragen: was macht die Konkurrenz? Insbesondere nach einem enttäuschenden Deutschen Ergebnis wie bei den letzten Olympischen Spielen.

 

Deutschland, so kommt es mir vor, verschließt die Augen vor dem, was die Konkurrenz macht und dabei haben die Verantwortlichen im Verband einen strategischen Fehler begangen.

 

Jens Müller hat in seinem angekündigten ‚Neuanfang (BSD Bericht vom 23.03.2014) die Vorbildfunktion von Olympiasiegerin Yarnold aus Großbritannien zitiert.

 

Aufgrund dessen, nehmen wir das Beispiel von Großbritannien unter die Lupe:

 

Aus der Homepage von British Skeleton ist sinngemäß und für jedem, der sich dafür interessiert, folgendes zu lesen: Nach dem Erfolg von Ami Williams (Olympisches Gold in Vancouver 2010) und Lizzy Yarnold (Olympisches Gold in Sochi 2014) hat British Skeleton eine national übergreifende und zielgerichtete Talentsuche gestartet mit einem übergeordneten zukunftsorientieren Ziel mit Blick auf die Olympischen Spiele 2022. Darauf hat British Skeleton ca. 5000 Anfragen erhalten. Von den 5000 Bewerbern hat British Skeleton 1000 Auserwählte in 6 verschiedenen Auswahlverfahren besichtigt und aussortiert. Übrig blieben 4 männliche und 4 weilbliche Nachwuchsskeletonis. 

 

Das nenne ich eine ernstzunehmende Nachwuchsarbeit

 

Talentsuche in Deutschland:

 

BSD: Nachwuchs-Offensive für Youth Olympic Games 2016 gestartet
BSD sucht Talente für die Disziplinen Bob und Skeleton

 

Berchtesgaden (bsd/18.06.2014)

„Die Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG) 2016 sind nicht mehr weit entfernt! Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) sucht Jugendliche der Jahrgänge 01/1998 bis 12/2001, aber auch ältere Athleten bis 25 Jahre mit guten Voraussetzungen im Schnelligkeits-, Kraft- und Schnellkraftbereich.

 

Nachdem im Jahr 2012 die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck (AUT) stattgefunden haben, gibt es im Jahr 2016 vom 12.-21. Februar die zweite Auflage in Lillehammer (NOR). Beide Austragungsorte waren bereits Ausrichter von Olympischen Winterspielen, Innsbruck 1964 und 1976 sowie Lillehammer 1994. Da auch Bobsport als eine der traditionellen Sportarten zum Programm der Spiele 2016 gehört, möchten wir auf diesem Weg einen Aufruf starten um neue Talente zu akquirieren.

 

Mit diesem Aufruf möchte der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) e.V. interessierte Athleten gewinnen, welche in Zukunft unsere Bob- Nationalmannschaft im 2er und 4er Bob als Anschieber oder Pilot verstärken sollen.“

 

Nahm das Fachgebiet Skeleton aktiv an dieser BSD Nachwuchs-Offensive teil? Im Skeleton fand ich trotz intensiver Forschung keine Maßnahmen bezüglich Talentsuche.

 

Mit dem Nachwuchs, den der BSD hat, wie schaut die Förderung aus?

 

Die Förderung der Nachwuchsarbeit hat sich von der Saison 2013/14 zu der Saison 2014/15 nicht geändert.

 

Zudem existierte der im März 2014 angekündigte Anschlusskader in der Sommersaison und der darauf folgenden Wintersaison 2014/15 nur auf dem Papier. Diesbezüglich gab es keine Information über Qualifikationsnormen oder wer zu diesem Kreis gehören könnte. Weder Nominierungen, noch zusätzliche Förderung durch die groß angekündigten verstärkten Trainingsmaßnahmen. Seitdem ist ein Jahr vergangen und alles was wir wissen ist, dass Ashleigh für die Saison 2015/16 im D/C Kader und (lt. eines Schreibens von Dirk Matschenz) für die ‚Jugendolympiade‘ in Lillehammer vorgesehen ist. 

 

Meine Frage, ist dieser D/C Kader der ‚Anschlusskader‘? Wir wissen es nicht!

 

Aus unerklärlichen Gründen werden nennenswerte und wünschenswerte Förderungs- und Motivationsmaßnahmen, wie wir sehen werden, eher vernachlässigt anstatt gefördert.

 

Erstens, ein Beispiel aus folgendem Schreiben an Dirk Matschenz

 

Von: David Pittaway [mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gesendet: Dienstag, 7. Oktober 2014 17:42
An: Dirk Matschenz
Betreff: Europa Cup & Lillehammer

 

Hallo Dirk,

 

ich habe in einem Gespräch mit dem BSC München durchklingen lassen, dass diejenigen, die für die Jugendolympiade in Frage kommen könnten, auch für den ersten Europacup des Jahres in Frage kommen und, dass Ashleigh zu diesem Kreis gehört.

 

Die Frage kam, ob Ashleigh für weitere Europacups vorgesehen ist? Ich habe gesagt, dass der eine Einsatz nur deswegen zustande kommt, weil der Wettkampf (Jugendolympiade) in Lillehammer stattfindet. Dass es deine Absicht ist, dem o. g. Kreis eine einmalige Möglichkeit zu bieten, um vor Ort Bahnerfahrung sammeln zu können. Ich gehe davon aus, dass weitere Europacups speziell für Ashleigh, die keine Kaderzugehörigkeit hat und bis jetzt nicht mal an einer Deutschen Meisterschaft teilgenommen hat, nicht in Frage kommen. Man muss schließlich die Kirche im Dorf lassen.

 

Liege ich da richtig?

 

Seine Antwort

 

Hallo David,

 

ja das ist korrekt. Für die möglichen YOG Teilnehmer ist im Moment kein weiterer EC Einsatz vorgesehen, außer es qualifiziert sich jemand für den EC. …‘

 

Viele Grüße aus BGL und eine schönen Tag.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Matschenz

 

Bundesstützpunkttrainer Skeleton - Berchtesgaden

 

Meine Frage: ‚Was muss ein Athlet/in leisten, um an den Europa Cups teilnehmen zu können?‘ Keiner weiß Bescheid, weil es keine uns bekannten Richtlinien dafür gibt. Nominierungen für die Teilnahme an den Europa Cups scheinen, nachdem das Fachgebiet Skeleton von der Aufstellung einer Europa Cup Mannschaft Abstand genommen hat, völlig willkürlich zu sein.

 

Ich zitiere: 

        

„Es wird kein eigenes Europacup-Team mehr geben. Das ICC-Team und der Anschlusskader können an möglichen Europacups teilnehmen.“

 

‚Können an möglichen Europacups teilnehmen‘, müssen aber nicht. Was können aufstrebende Athleten mit so einer Formulierung anfangen?

 

Aus dem Frauenbereich, hier ein Beispiel für diese Willkürlichkeit.

 

Um Bahnerfahrung für die Deutschen ‚Jugendolympiade‘ Aspiranten auf der Olympiabahn in Lillehammer zu bekommen, schickte der stellvertretende Cheftrainer Dirk Matschenz eine ‚Jugendolympia‘ Mannschaft nach Lillehammer für die 1. & 2. Europa Cups (21. & 22.11.2014)

 

BSD Bericht 
Skeleton: ICC und EC Lillehammer
Guter Start in die Saison für die deutschen Athleten

 

„Lillehammer(bsd/22.11.2014)

Am Freitag und Samstag, den 21./22. November 2014, fanden für die Skeletonis die ersten Europacup- und InterContinentalcup-Rennen im norwegischen Lillehammer statt.

 

Beim Doppel-Europacup am Freitag und Samstag (21./22.11.) konnte die 16-jährige Theresa Bründl (WSV Königssee) mit den Plätzen fünf und sechs in beiden Rennen überzeugen. … Ebenso zeigten auch Gina Naessens, die mit ihren 14 Jahren im Feld der 22 Starterinnen die mit Abstand Jüngste war, sowie Hannah Neiße in beiden Rennen, dass auch sie mit der internationalen Konkurrenz mitfahren können.“

 

Also, die Ergebnisse dieses unerfahrenen weiblichen Nachwuchses beim 1. & 2. Europa Cup waren lt. Bericht doch beachtlich.

 

  1. 1.       Europa Cup:

 

6. Platz                 Theresa Bründl

8. Platz                 Gina Naessens

11. Platz               Hannah Neiße

 

  1. 2.       Europa Cup:

 

5. Platz                 Theresa Bründl

7. Platz                 Gina Naessens

11. Platz               Hannah Neiße

 

Eine Woche später fanden auf der Heimbahn (Königssee) von Theresa Bründl und Gina Naessens der 3. & 4. Europa Cups statt. Trotz nachweisbarer guter Leistungen in Lillehammer durften dort aus unerklärlichen Gründen keine weiblichen Teilnehmerinnen an den Start gehen.

 

 Meine Frage, warum nicht? Was ist aus der Aussage von Dirk Matschenz geworden?

 

Ich zitiere:

 

                „ …, außer es qualifiziert sich jemand für den EC.“

 

Zwei Nachwuchsfahrerinnen mit ‚Top 10‘ EC Ergebnissen, die auch am Königssee leben und dem Deutschen Bob- und Schlittenverband mit deren Teilnahme an den Wettkämpfen keinen Cent gekostet hätten, ich wiederhole mich, durften aus unerklärlichen Gründen nicht am 3. & 4. Europa Cup teilnehmen. An mangelhaften Leistungen beim 1. & 2. EC Cup kann es nicht ja gelegen haben.

 

Die einzige Erklärung, die ich für diese Handlungsweise finden konnte war, was Hr. Matschenz in einer weiteren Mail an mich am 7. Oktober schrieb:

 

 „Für die möglichen YOG Teilnehmer ist im Moment kein weiterer EC Einsatz vorgesehen, …“

 

Er hat in diesem Schreiben Anfang Oktober 2014 schon längst entschieden, wen er zu welchen Europa Cups schickt. Die gute Leistung der Nachwuchsfahrerinnen in Lillehammer bei den Europa Cups war mehr als positiv. Trotzdem blieb er bei seiner Aussage vom Oktober‚ … ‚keinen weiteren EC Einsatz vorgesehen, …‘

 

Fehlende Flexibilität? Willkür? Was könnte noch der Grund für diese Entscheidung gewesen sein?

 

Statt dessen waren die beiden als ‚Spurenfahrerinnen‘ eingeteilt. Gina Naessens (laut ihres Vaters) erzielte im Training Zeiten, mit denen sie beim Rennen selbst den 2. Platz belegt hätte. Das Resultat, seitens der Betroffenen, Fassungslosigkeit, tiefste Enttäuschung und Unmut.

 

Verständlicherweise.

 

Noch einmal, auch als nicht Betroffene, diese Entwicklung im Nachwuchsbereich beunruhigt uns als Eltern eines 14-jährigen Mädchens die als 2-fache Deutsche Jugendvizemeisterin und D/C Kadermitglied des BSD nichts anderes erhofft hat als mit Freude Skeleton fahren zu dürfen.

 

____________________________________________________________________________

 

 Hier Teil drei:

Wohin steuert das Fachgebiet ‚Skeleton‘?

 

Wir sind immer noch auf der Suche nach Antworten.

 

Wir sind, (als Eltern) sowie einige, die wir kennen, durch die Art und Weise wie die Umsetzung des ‚Neuanfangs‘ im Skeleton Sport vollzogen wird, verunsichert und unzufrieden. Die Frage ist, ist diese Verunsicherung und Unzufriedenheit nur ein lokales Phänomen der auf Berchtesgaden begrenzt ist oder liegt unsere Unzufriedenheit an uns? Wer zur Skeletonfamilie gehört und die Saison 2014/15 aufmerksam verfolgt hat, bekommt einiges mit und das, was wir mitbekommen haben, ist nicht gerade beruhigend.

 

Missstimmung breitet sich aus und ist weiter verbreitet als vermutet oder es von den Verantwortlichen wahrgenommen wird.

 

Hier einige Beispiele:

 

Quelle:

Ziegener Zeitung mit dem Link hat der/die Leser/in die Möglichkeit der Bericht in Volle Länge zu lesen.

 

http://www.siegener-zeitung.de/siegener-zeitung/Katharina-Heinz-am-Scheideweg-20850214-b665-420b-bfcb-eba625617c9f-ds

 

Katharina Heinz am Scheideweg

 

Hier ein Ausschnitt:

 

Der Skeleton-Sportlerin droht das Karriere-Aus – weil die Startzeiten nicht stimmen. Die radikale Startzeiten-Politik entfacht heftige Diskussionen.

 

flo - Der Countdown für die Weltcup-Saison und die Heim-Weltmeisterschaft 2015 in Winterberg im Bob- und Skeletonsport gewinnt an Fahrt. Doch für die Seelbacherin Katharina Heinz, EM-Zweite von 2012, könnte die Saison schon durch sein, bevor die erste Bahn vereist ist.

 

16 Hundertstelsekunden fehlen

 

Verband will Neuaufbau

 

 „Mit den Startzeiten, die wir in den vergangenen Jahren hatten, sind wir beim Kampf um Medaillen nicht konkurrenzfähig“, begründet der Berchtesgadener Stützpunkt-Trainer Dirk Matschenz, der aktuell den nach einem Herzinfarkt in Rehabilitation befindlichen Bundestrainer Jens Müller vertritt. „Irgendwann lassen sich auch bei guten Fahrleistungen Startrückstände nicht mehr aufholen.“

 

„Rennpferde“ sind gefragt

 

„Das Motto beim Neuaufbau für Olympia 2018 in Pyeongchang lautet, überspitzt formuliert: Einem gut fahrenden Esel machen wir nicht mehr zum Rennpferd, aber einem unerfahrenen Rennpferd können wir ja noch das Fahren beibringen.“

 

„Hat nichts mehr mit Schlittenfahren zu tun“

 

Erstes Opfer der neuen Startzeiten-Politik wurde die eher der Kategorie „Esel“ zugehörige, zweifache Weltmeisterin Marion Thees, die vor eineinhalb Jahren noch die Glaskugel als Weltcup-Gesamtsiegerin in Händen hielt. Die für ihre Steuerkünste berühmte Thüringerin erklärte kürzlich unter Tränen ihren Rücktritt, weil die interne Norm für sie weit außer Reichweite liegt. Ihr Schritt befeuerte erst recht die Diskussionen, die zwischen diversen Trainern hinter den Kulissen toben. Vielen ist die Setzung der Start-Normen – die es bislang nicht gab – zu radikal. „Ich wusste nicht, dass Skeleton nichts mehr mit Schlittenfahren zu tun hat“, kommentierte Heinz eine mögliche Nicht-Zulassung zu den Selektionsrennen. „Ich finde es schade, dass man die Leute, die gut fahren können, von vorneherein außen vor lässt.“

 

Marion Thees

27. September 2014

 

Das war's

 

Meine leistungssportliche Karriere ist mit diesem Tag offiziell beendet. Eigentlich wollte ich in der bevorstehenden Saison noch einmal an der Heim-WM in Winterberg teilnehmen. Dort habe ich mir nach dem Weltcup-Ergebnis der letzten Saison durchaus Medaillenchancen erhofft. Mit dem vom Verband ausgesprochen "Neuanfang im Skeleton" darf ich meine Stärke, das Skeletonfahren nicht mehr ausspielen, um mich für die Nationalmannschaft zu qualifizieren.

 

Zur Erinnerung:

Welt Cup 2012/13

 

(1)   Platz        Marion Thees

(2)   Platz       Anja Huber Selbach

(23) Platz       Sophia Griebel

 

 

 

Katharina Heinz sah das Ende von Marion Thees` Karriere nach ihrem Gesamt Welt Cup Sieg so:

 

Katharina Heinz (Facebook) Liebe Marion, WIR-Kamerad und befreundete Sportler, ob auf Stube oder Hotelzimmer, höre auf dich für diesen Rausschmiss zu bedanken!!! Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre hinterlassen viele gemeinsame Erinnerungen, die für immer bleiben. Ich bin wütend und traurig zugleich. Diese Politik versteht so mancher Mensch nicht und es ist bedauerlich, wenn Skeleton nichts mehr mit Schlittenfahren zu tun haben soll. Als Mannschaft ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, jeden Sportler individuell mit seinen Stärken zu fördern und im gegenseitigen Wettstreit dann Leistungen abrufen zu dürfen-Fairplay. Elfi 9. Oktober 2014 um 12:47 4

 

Diese Auffassung seitens Katharina Heinz ist durchaus nachvollziehbar. Wer auch immer diese Startnormen festgelegt hatten, fachlich mussten sie gewusst haben, welche Athleten diese Startnormen erfüllen können und welche nicht.

 

Heiße Diskussionen unter den Stützpunkt-Trainern

 

Das sieht auch der Winterberger Stützpunkt-Trainer Uwe Schupp so. „Ob dieser radikale Schritt gut ist, müssen wir sehen. Ich finde, dass das Weltcup-Team bei Selektionsrennen und nicht über Startleistungen gebildet werden sollte. Am Ende ist Skeleton ja eine komplexe Leistung.“ Die Gesamtleistung des deutschen Teams – und damit Quoten und Startplätze im Weltcup – sieht er akut gefährdet.

 

Winterberger Trainer legt Veto ein

 

Schupp: „Wir haben unser Veto eingelegt. Aber von den Forderungen rückt niemand ab.“ Das bekräftigt auch Matschenz, der bereit ist, zugunsten von Talenten zunächst schlechtere Ergebnisse zu vertreten und auch Quereinsteigern Chancen einzuräumen.

 

Ich, David Pittaway, verstehe die Welt nicht mehr. Der Stützpunkt Trainer in Winterberg, Uwe Schupp wird vom BSD, sprich auch in Einverständnis vom stellvertretenden Cheftrainer Dirk Matschenz zum Leiter eines Anschlusskaders ernannt. Sein Aufgabenbereich ist eine Art B-Team für Neueinsteiger und Talente zu kreieren, in dem das Augenmerk vor allem auf den Startbereich gelegt wird.

 

Ich gehe davon aus, ein Trainer, der vom BSD einen solchen Posten bekommt, hat eine gewisse Kompetenz und zwar speziell in Bezug auf den Startbereich und die Zeiten. Nichtdestotrotz wird Uwe Schupp diese Kompetenz infrage gestellt, indem sein Veto für nichtig erklärt worden war.

 

Übrigens, Dirk Matschenzs Bereitschaft zunächst schlechtere Ergebnisse zu vertreten, hat auf jeden Fall Früchte getragen. Die Saison 2014/15 war im Vergleich zur Saison 2013/14 unter der Regie von Jens Müller aus Sicht der Medaillenausbeute ein herber Rückschlag für die Athleten. 

 

Es geht weiter:

 

18. Januar 2015 10:04 Skeleton

 

Anja Huber-Selbach wieder da:

 

«Legende im Skeleton»

 

Die Konkurrenz muss Huber-Selbach in ihrem letzten Karriere-Winter wieder auf der Rechnung haben. "Sie ist eine Legende in unserem Sport. Sie ist einer der Gründe gewesen, wieso ich mit dem Skeletonsport angefangen habe", sagte Olympiasiegerin Elizabeth Yarnold voller Anerkennung. "Da hatte ich Pipi in den Augen, als sie das gesagt hat", bekannte Huber-Selbach. Auch andere Weltklasse-Athleten begleiten den Abschied auf Raten der Berchtesgadenerin mit Lobeshymnen. "Dieses Feedback hätte ich mir im eigenen Team auch gewünscht", meinte Huber-Selbach vielsagend.

 

„Tatsächlich fiel die Freude einiger Verbandsverantwortlicher nach Huber-Selbachs Rückkehr aufs Podium eher zurückhaltend aus. Interims-Bundestrainer Dirk Matschenz, der Jens Müller nach dessen Herzinfarkt vertritt, klatschte am Starthäuschen eher verhalten und machte eine ernste Miene.“

 

Hier stimmt etwas nicht, und von einer Harmonie in der Mannschaft kann keine Rede sein.

 

Es geht weiter, hier ein Bericht in voller Länge:

 

DIE ODYSSEE DES ALEXANDER

GASSNER...

 

...ODER: WIE ZERMÜRBE ICH EINEN WELTKLASSEATHLETEN

 

Donnerstag, 19.02.2015. Der Vorsitzende und der Ehrenvorsitzende des BSC Winterberg sowie der Präsident des NWBSV trauen ihren Ohren nicht! Ein Deja-vu! Was war passiert? Die FIBT hat die Nominierung des Skeleton-Athleten Alexander Gassner vom BSC Winterberg zurückgewiesen. Wieso? Es gibt einen neuen Passus im Skeleton-Reglement. Jeder Athlet, der zur WM starten will, muss in der laufenden Saison mindestens drei internationale Rennen absolviert haben. Und Alex hat diese nicht. Wieso haben das die verantwortlichen Trainer Jens Müller und Dirk Matschenz nicht beachtet? Hierzu könnte man zwei Theorien aufstellen:

 

Theorie 1:

 

Sie haben es wirklich nicht gewusst. Dann müsste man Desinteresse oder Unfähigkeit unterstellen. Dann wären die falschen Leute hier am Ruder.

Theorie 2:

 

Sie haben es gewusst. Dann wäre es ein zugegeben sehr gut ausgeführter, vorsätzlicher Plan. Sehr clever! Denn Alex hätte nie eine Chance auf die Teilnahme an der WM gehabt. Dann wären nicht nur die falschen Leute am Ruder, es wären auch schon Machenschaften, die eines Sportlers nicht würdig sind und welche die Grundfesten des Sports erschüttern.

 

Aber wieso ein Deja-vu?

 

Wir erinnern uns an die Situation vor einem Jahr. Die Olympischen Winterspiele in Sotchi stehen an. Die Deutsche Olympiamannschaft auch für Skeleton wird nominiert. Aber warum nur zwei Herren? Warum bleibt der dritte Startplatz frei? Weil die verantwortlichen Trainer, übrigens dieselben wie jetzt, einen Alexander Gassner nicht dabei haben wollen. Und das mit der besten Startleistung der deutschen Herren. Aber auf die Startleistung kommen wir noch.

 

Die schlussendliche Begründung war, dass der DOSB der Nachnominierung nicht zugestimmt hat. Wieso überhaupt eine Nach- und keine rechtzeitige Nominierung? Wir wissen es nicht. Deja-vu erklärt!

 

Man könnte ja Gnade vor Recht ergehen lassen und einen Fehler des Trainergespanns durchgehen lassen. Aber nicht in diesem Fall! Warum eigentlich nicht? Weil es eben um Alexander Gassner geht! Er ist übrigens Deutscher Meister 2015! Auf der WM-Bahn! Genau, er ist der beste deutsche Skeletoni auf der WM-Bahn in der WM-Saison. Und was passiert, nachdem Christopher Grotheer Junioren-Weltmeister geworden ist und somit ein zusätzlicher Startplatz für die deutschen Herren zur Verfügung steht? Das schon mehrfach zitierte Trainergespann will den fünftplatzierten der JWM, Martin Rosenberger nominieren. Nach Intervention des Winterberger Stützpunktes soll es ein Stechen zwischen Rosenberger und Gassner geben. Wie hat Martin Rosenberger eigentlich zur DM abgeschnitten? Er belegte Platz fünf mit 1,14 Sekunden Rückstand zu Alexander Gassner. Und wo kommt Martin Rosenberger überhaupt her? Vom WSV Königssee. Königssee? Bayern? Wo war der Interims-Bundestrainer Dirk Matschenz noch mal tätig? In Bayern! Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

 

An dieser Stelle kommen wir gern noch mal auf die Startnorm zu sprechen. Alexander Gassner hatte sie nicht geschafft. Und ist damit aus allen Planungen raus. Warum wurde er im letzten Jahr als bester Starter nicht mit zu Olympia genommen? Auch das entzieht sich unserer Kenntnis. Wie sieht es denn hier bei Martin Rosenberger aus? Auch er hat keine Startnorm stehen. Und warum fährt er zur WM? Weil es plötzlich aus dem mehrfach zitierten Trainer-Duo die Festlegung gibt, dass bei Rosenberger eine Startnorm nicht nötig ist, weil er das Super-Talent ist und diese nicht nötig hat. Ja genau, dieses Trainerteam, welches nur anhand reeller Zahlen entscheiden wollte, nimmt es jetzt bei einem, wie schon gesagt bayerischen und nicht westfälischen Sportler, seine eigenen Festlegungen nicht mehr so genau. Das nennen wir eine „klare Linie“.

 

Und was ist mit Alex?

 

Er ist schon die letzte Saison durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Am Ende mit einen negativen Ausgang. Und das wiederholt sich jetzt auch wieder. Er ist nicht beliebt im Trainergespann Müller/Matschenz. Wieso? Alex hat eigene Gedanken. Passt sich nicht 100%ig an. Schwimmt schon mal gegen den Strom. Er muss auch nicht der weichgespülte nette Junge von nebenan sein. Er muss Leistung bringen. Und genau das hat er gegen die gesamte innerdeutsche Konkurrenz zur Deutschen Meisterschaft getan. Übrigens ohne einen Testwettkampf, einen Weltcup oder ähnliches im Vorfeld.

 

Wir zitieren hier einen Auszug aus der Internetseite des BSD: „Ein Stechen zwischen den beiden Sportlern erübrigte sich, nachdem der bei der FIBT eingereichte Antrag zur Ausnahmegenehmigung für den Start von Alex Gassner, der die Startvoraussetzung für die WM nicht erfüllt, abgelehnt wurde. Aufgrund der Ablehnung dieses Sonderantrages, ist Alexander Gassner durch die FIBT bei der WM nicht startberechtigt. So geht der verbleibende vierte Startplatz bei den Männern an Nachwuchsfahrer Martin Rosenberger.“ Selbstkritik? Ein Eingestehen der eigenen Unfähigkeit? Fehlanzeige! Eine öffentliche Entschuldigung für ein unsportliches Verhalten in Richtung Alexander Gassner oder den BSC Winterberg? Fehlanzeige! Welcher Hochmut ist hier an der Tagesordnung. Unglaublich!

 

Übrigens, schadet diese Entscheidung eigentlich auch dem BSC Winterberg?

 

Auch diese Frage wird mit einem ganz eindeutigen „Ja“ beantwortet. Der Club ist einer der wenigen in Deutschland, der sich fast ausschließlich aus Sponsoreneinnahmen finanziert. Und das auch recht erfolgreich. Es gibt in NRW leider nicht diese komfortable Landesförderung wie in anderen Landesverbänden. Hier wird es anders, und vor allem mit hohem ehrenamtlichen Engagement gelöst. Diese Sponsoren verlangen zu recht auch Gegenleistungen. Einen WM Startplatz kann man nicht alle Tage in die Waagschale werfen. Der Werbeauftritt ist durch nichts zu ersetzen.

 

Gibt es diese gravierenden Probleme denn auch in den anderen Disziplinen des BSD? Nein! Diese Entwicklung gegen Alexander Gassner ist bei Weitem kein Problem des gesamten BSD. Sowohl bei den Rodlern als auch bei den Bobsportlern gibt es so etwas nicht. Auch hier gibt es Rotationen, es werden Athleten ausgetauscht oder nicht mit zu Wettkämpfen genommen. Aber hier gibt es nachvollziehbare Regularien und Erklärungen. Und es wird zu Gunsten des Athleten entschieden!

 

Allein die Abteilung Skeleton leistet sich einen solchen Skandal! Und macht damit einen jungen Athleten kaputt! Hiermit kommen wir zurück zur Überschrift. Wird Alex systematisch mürbe gemacht? Aber natürlich! Wie viele dieser Hiobsbotschaften soll Alex noch ertragen? Es käme dem Skeleton-Trainergespann bestimmt nicht ungelegen, wenn Alex seinen Skeleton für immer an den berühmten Nagel hängen würde. Und hier kommen auch wieder der Vorsitzende und der Ehrenvorsitzende des Clubs sowie der Präsident des Landesverbandes ins Spiel. Sie werden alles daran setzen, dass Alexander Gassner seine sportliche Laufbahn weiter führen kann.

 

Versprochen!

 

Es geht weiter:

 

Sport News-Süddeutsche.de

02. März 2015 21:36 Skeleton

 

Skeleton-Chefcoach Jens Müller wieder da

 

Winterberg (dpa) - Es sind die ersten, leisen Schritte an der Kunsteisbahn. Noch ist Skeleton-Cheftrainer Jens Müller noch nicht voll belastbar nach seinem Herzinfarkt und zwei folgenden Operationen. "Doch seit er da ist, können wir wieder lachen im Team", sagt Deutschlands Chefmechaniker Wolfram Schweizer vor den Weltmeisterschafts-Rennen ab Donnerstag (Männer 1./2. Lauf). „Müllers ausstrahlende Ruhe, seine zwischenmenschlichen Qualitäten … wurden in den letzten Monaten schwer vermisst.“

 

Dies sagt einiges über die Stimmung im Lager der Skeletonis aus. Angefangen von der Welt Cup Mannschaft bis hinunter zu den Nachwuchsathleten ist die Stimmung mies und was sagt dies Aussage über die Führungsqualitäten der verantwortlichen Trainer aus?

 

Skeleton

Ziegener Zeitung

 

Doch was passiert im Anschluss mit den nicht für den Weltcup qualifizierten Senioren? „Das werden wir individuell sehen“, verschafft Vertretungs-Bundestrainer Matschenz wenig Aufklärung. Eines schloss er aber aus: „Wir sagen keinem, das ist dein Karriereende.“ Doch genau diese Konsequenz könnten – und dürften – die zu „langsamen“ Skeletonis für sich selbst ziehen. 

 

Tischtuch mit dem Verband scheint zerschnitten

 

Bereits abgelehnt hat Heinz eine Anfrage, als Trainerin für den BSD zu arbeiten, nachdem sie im Frühjahr für einige Monate beim Landesverband ausgeholfen hatte. „Es wäre natürlich schade, wenn mein jahrelang aufgebautes Know-How vergeudet wäre. …, so Heinz, die mit ihrer Ergänzung tief blicken ließ: „Es wäre schwierig, nach allem was war, mit den aktuellen Trainern in einem Team zusammen zu arbeiten.“

 

Zur Erinnerung:

 

Von einer Saison zur nächsten waren wegen unzureichender Leistung (Startzeiten wohl gemerkt) mehrere Sportlerinnen und Sportler nicht mehr dabei. Dazu zählte die zweimalige Weltmeisterin Marion Thees, Katharina Heinz, EM-Zweite (2012) und nicht zuletzt die 18 Jährige Kim Meylemans dritte der Gesamt Europa Cup Serie (2013/14), die vor Saison beginn zum Belgische Verband wechselte. Bei den Männern waren Alexander Gassner, Junioren-Weltmeister (2010) und Frank Rommel, Europameister (2009) und WM-Zweiter (2012), der seine Athleten-Laufbahn nach den olympischen Winterspielen in Sochi beendete, nicht mehr dabei.

 

Auch zur Erinnerung, Jaqueline Lölling war bei weitem die erfolgreichste Skeleton Fahrerin in der Saison 2014/15, durfte wegen unzureichenden Startzeiten aber nicht an den Welt Cups teilnehmen. Nur aufgrund hervorragender Leistung und des 1. Platzes bei den Weltjuniorenmeisterschaften durfte sie gnädiger Weise an den Weltmeisterschaften teilnehmen. Trotz unzureichender Startleistung war Jaqueline die einzige Deutsche Athletin, die bei der heimischen Weltmeisterschaft als Weltvizemeisterin auf dem Podium stand.

 

Nochmal, all dies beunruhigt uns als Eltern eines 14-jährigen Mädchens, die sich als 2-fache Deutsche Jugendvizemeisterin und D/C Kadermitglied des BSD nichts anderes erhofft, als mit Freude Skeleton fahren zu dürfen.

 

____________________________________________________________________________

 

 

Hier Teil vier:

 

‚Wohin steuert des Fachgebiet ‚Skeleton‘?

 

Hier  ein sehr kleiner Ausschnitt über unsere persönlichen Erfahrungen, die wir im Skeleton gemacht haben.

 

Dass der verantwortliche Bundesstützpunkttrainer Dirk Matschenz andere Prioritäten hat als die Nachwuchsarbeit war uns Eltern bekannt. Diesen Standpunkt vertritt er bei einem Elternabend in dem er verkündete, dass er sich auf Bundesebene anderen Aufgaben zu widmen hat.

 

Trotzdem waren wir von folgenden Ereignissen überrascht und enttäuscht.

 

Ashleighs Verletzung und Dirk Matschenz Reaktion darauf

 

Am Anfang der Saison (im Oktober) 2014/15 verfolgten wir aus dem Internet die Ergebnisse des Selektionslehrgangs mit abschließendem Wettkampf in Altenberg, an dem BSC München Fahrerin Ashleigh Pittaway teilnahm. Am Tag des Abschlussrennens bekamen wir aus dem Internet mit, dass Ashleigh nicht an dem Abschlussrennen teilnahm. Es dauerte über 3 Stunden bis wir endlich den verantwortlichen Trainer Dirk Matschenz telefonisch erreichen konnten.

 

Erst dann erfuhren wir, dass Ashleigh verletzt sei und aufgrund dessen nicht an dem Wettkampf teilnehmen konnte. Dirk hatte keine Zeit und nach seiner Tonlage zu urteilen, auch kein Interesse mit uns darüber zu reden, da er beschäftigt war und ungeduldig sagte, er könne sich nicht um alles kümmern. Er versicherte uns aber, dass ihre Verletzung nicht so schlimm sei.

 

Die verharmloste Verletzung hat Ashleigh die nächsten 5 Wochen intensive Behandlungen beschert bis sie wieder das Training aufnehmen konnte. In der Zwischenzeit hat sie 2 Selektionslehrgänge und zwei Europa Cups verpasst. So viel zu einer harmlosen Verletzung.

 

Hier eine Email, die ich damals an den Landestrainer David Lingmann und als Kopie an Dirk Matschenz schickte:

 

Von: David Pittaway [mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gesendet: Sonntag, 2. November 2014 12:24
An: David Lingmann
Cc: Dirk Matschenz
Betreff: Ashleighs Fuß

Hallo David,

 

Ashleigh sagte mir, dass du ein Bild von ihrem Fuß haben wolltest. Als wir telefoniert haben hast du es nicht erwähnt und ich dachte nicht mehr daran. Im Anhang ist ein aktuelles Bild von ihrem Fuß. So wie es aussieht wird Ashleigh in drei Wochen wieder einsatzfähig sein. Das Ziel ist die Teilnahme an das Bahntraining am Dienstag, den 18. November.

 

Wir wünschen euch viel Spaß und Erfolg bei den Selektionen.

 

Bis bald

David

 

Hier eine Reaktion von Dirk Matschenz, der seine Gleichgültigkeit gegenüber einer verletzten Skeletonathletin bestätigt.

 

Von: Dirk Matschenz [mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Gesendet: Sonntag, 2. November 2014 14:08
An:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: AW: Ashleighs Fuß

 

Hallo David,

 

danke für die Informationen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich ein Bild von Ashleighs Fuß haben wollte.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dirk Matschenz

Bundesstützpunkttrainer Skeleton - Berchtesgaden

 

Hier meiner Antwort darauf:

 

Hallo Dirk,

 

richtig, du wolltest kein Bild von Ashleighs Fuß, David wollte es haben, deswegen war mein Email in erste Linie an David adressiert. Ich habe es dir aus Höflichkeit weitergeleitet, du bis schließlich der Stützpunktleiter und auch für die Selektionslehrgänge, an denen Ashleigh aus Verletzungsgründen nicht teilnehmen kann, verantwortlich. Aufgrund dessen dachte ich mir, dass es dich vielleicht interessierten könnte, wie es bei deinen Sportlern ausschaut.

 

Enthalten in der Email war auch die Information, dass Ashleigh mit dem Training am 18. November wieder beginnen kann, auch etwas was ich dachte dich vielleicht interessieren könnte.

 

MfG

David

  

Nur sein Amt als verantwortlicher Stützpunkttrainer in Berchtesgaden schütze ihn vor einem noch schärferen Ton meinerseits als in der o. g. Email. Auch wir sind seinem Wohlwollen Ashleigh gegenüber ausgeliefert, da er die Entscheidungsmacht über ihre Zukunft als Skeletoni hat und über die er sich unserer Meinung nach sehr wohl bewusst ist.

 

Zur selben Zeit mussten wir Ashleighs Teilnahme am Eröffnungsrennen in Igls wegen ihrer Verletzung absagen. Hier die Reaktion der Österreicher darauf, mit denen Ashleigh das letzte Mal vor 8 Monaten an der Bahn in Igls Kontakt hatte:

 

Hallo David!

 

So SORRY, dass ich mich erst jetzt melde, aber habe derzeit ziemlich viel um die Ohren. Jeden Tag Training auf der Bahn. Ohne Pause am Wochenende.

 

Diese Woche ist Bob- und Skeletonschule in Igls 7.30-18.00. Dann noch DI und DO ÖBSV Training abends, zusätzlich noch YOG Trainingstage Bob. Huhu.

 

Aber dann die Woche drauf werds wieder bissi ruhiger. 

 

Hoffe Ashleigh hat sich nicht allzu schwer verletzt und ist bald mal wieder mit von der Partie und im Einsatz mit vollem Elan.

 

Einige meiner Kids haben schon gefragt, was mit Ashleigh los ist ;-) Ashleigh geht einigen meiner Trainingsgruppe bei den Rennen schon ab!!! Ich hoffe ihr seid bald mal wieder bei uns in Igls mit von der Partie!!!!

 

Wünsche auch im Namen des ÖBSV Büros (Martin Kerbler, Gitti, Inge), unserer ÖBSV Skeleton Youngstars (ca. 25 Athleten)

 

ALLES, ALLES GUTE und EINE SCHNELLE, GUTE GENESUNG!!!!

 

Bis bald, haltet mich auf dem Laufenden!!!

 

Die Ergebnisliste vom Rennen habe ich leider noch nicht Online, aber werde mal Fotos machen und sie euch zukommen lassen.

 

Viele konnten wirklich sehr gute Leistungen zeigen ;-)!

 

Der Weg ist schon richtig so.

 

So nun wünsche ich einen wunderschönen Abend und nochmals alles, alles Gute

Silke



Stadionstraße 1, A-6020 Innsbruck
ZVR-Zahl 438487343
Mag. Silke Zeuner
Bundesleistungszentrum-Trainerin

 

Was für ein Unterschied!

 

Ein weiteres Beispiel, das Ashleigh direkt betroffen hat:

 

Die Informationen innerhalb des Verbandes im BSD finden im Nachwuchsbereich eher willkürlich statt.

 

Hier eines von einigen Beispielen, es gab seitens der FIBT zwei speziell konzipierte Lehrgänge für Schulungszwecke mit abschließenden Wettkämpfen für die Aspiranten der Jugendolympiade 2016. Ein Lehrgang in Lillehammer und einer in Igls.

 

Die Nationen, die in Lillehammer und Igls teilnahmen:

 

  1. Russland
  2. Romania
  3. Frankreich
  4. Österreich
  5. USA
  6. Norwegen

 

Deutschland nicht!

 

Meine Frage: Warum schickt ein Trainer eine international unerfahrene Mannschaft zu den Europa Cups nach Lillehammer und nicht zu den von der FIBT ausgeschriebenen ‚Jugendolympiade‘ Schulungslehrgängen, die auch in Lillehammer sowie im Nachbarland Österreich/Igls stattfanden? Dort wären die Deutschen Jugendolympiade-Aspiranten mit Sicherheit besser aufgehoben gewesen und gleichzeitig hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich mit Jugendlichen anderer Nationen messen zu können und zudem wertvolle Erfahrungen und Informationen zu sammeln.

 

Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu folgendem Schluss zu kommen: Wenn die FIBT Lehrgänge speziell für Jugendolympiade-Aspiranten in Lillehammer und Igls veranstaltet, muss ein erfahrener Trainer eigentlich davon ausgehen, dass ein Qualifikationsrennen für die YOG auch an der Bahn in Igls stattfinden wird. Als Vater und Nichtkenner der Szene gehe ich jede Wette ein, dass es so sein wird. Die Bahn in Igls ist kaum 2 Stunden von Berchtesgaden entfernt und trotz zahlreicher offen ausgeschriebener Wettkämpfe in Igls war außer Ashleigh keiner der Deutschen Jugendolympiade-Aspiranten auf der österreichischen Bahn in der Saison 2014/15 anwesend.

 

Die Frage taucht auf, wieso nicht?

 

Der Verein BSC München erfuhr zufällig von der Initiative der FIBT, weil dessen Fahrerin Ashleigh Pittaway zur selben Zeit (aus eigener Initiative und auf eigene Kosten, zudem gegen den Willen von Dirk Matschenz) an einem offen ausgeschriebenen Wettkampf in Igls teilgenommen hat. Zur selben Zeit fand der zweite FIBT ‚Jugendolympiade‘ Lehrgang in Igls statt.

 

Wie geht Dirk Matschenz mit engagiertem Nachwuchs um?

 

Durch das Engagement des Koreaners Kang Kwang-bae (2010 wurde er als Vize-Präsident für Internationale Angelegenheiten in das Präsidium der Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing gewählt) und trotz abgelaufener Meldefrist für die Teilnahme an besagtem  ´Schulungslehrgang‘ war die FIBT  bereit, Ashleigh Pittaway an dem Lehrgang teilzunehmen zu lassen. Alles was die Verantwortlichen der FIBT haben wollten, war eine Bestätigung vom Deutschen Bob- und Schlittenverband, dass dies in Ordnung sei. Der stellvertretende Cheftrainer des BSD, Dirk Matschenz, verweigerte seine Zustimmung.

 

Keine gute Reklame für den Deutschen Bob- und Schlittenverband!

 

Diese Haltung könnte von Seiten der FIBT als Affront betrachtet werden. Erstens, einer der mächtigsten Verbände der Welt, der bei der Jugendolympiade 2012 zwei Goldmedaillen gewonnen hat, hält es nicht für nötig, an dessen Schulungsmaßnahmen für Jugendolympia Aspiranten teilzunehmen. Zweitens, als die FIBT eine Jugendolympiade-Aspirantin aus Deutschland vor Ort hatte und sie bereit waren sie an den Start gehen zu lassen, bekamen sowohl die FIBT als auch die Nachwuchsfahrerin Ashleigh Pittaway von Dirk Matschenz eine Absage.

 

Trotz allem oder gerade deswegen (?) bekam Ashleigh die Erlaubnis als ‚Spurenfahrerin‘ an der  Jugendolympiade-Initiative teilzunehmen.

 

Als ehemaliger Bundestrainer für das Fachgebiet Trampolinturnen habe ich rein fachlich gesehen Verständnis für Dirk Matschenz Entscheidung, da die Frage von den anderen Skeletonis hätte aufkommen können, ‚Wieso Ashleigh und nicht wir anderen YOG Aspirantinnen?‘ Eine berechtigte Frage. Das nein zu Ashleighs Teilnahme an der FIBT YOG Initiative war auch nicht das Problem.

 

Unser Problem lag erstens darin, dass der Verein BSC München eine Jugendolympiade-Aspirantin in dessen Reihen hatte und trotzdem keine Informationen von den zuständigen Trainern über die FIBT YOG Schulungsmaßnahmen bekam. Zweitens, wir wussten, dass unsere eigenständige Entscheidung, nach Igls zu fahren, um dort an Wettkämpfen teilzunehmen, von Dirk Matschenz alles andere als gern gesehen war. Nach dem Motto, der Berufstrainer hat zu entscheiden, wann und wo die Athleten zu fahren haben, nicht der BSC München und erst recht nicht die Eltern einer Fahrerin. Außerdem, Ashleighs Schlitten und Kufen könnten ausspioniert werden, hieß es. Dass der BSC München und wir als Familie uns bemüht haben, Ashleighs Fahrerfahrung nach der verletzungsbedingten Pause von 5 Wochen am Anfang der Saison auf eigene Kosten aufzuholen (wir haben Rechnungen von ca. 600 Euro für die Nutzung der Bahn) spielte keine Rolle.

 

Ich bin gut genug als kostenloser Trainer für den Verband zu arbeiten, Ashleighs Sommertraining strategisch zu gestalten, Trainingspläne auszuarbeiten und planmäßig das tägliche Training durchzuführen. Im Winter aber weder vertrauenswürdig genug, um auf Ashleighs Schlitten in Igls aufzupassen noch kompetent genug zu entscheiden, wie unsere Tochter ihre Freizeit zu gestalten hat. Die Wettkämpfe und die daraus entstandenen Erfolgserlebnisse in Igls (6 Mal Platz 1 in ihrer Altersklasse) haben Ashleighs Selbstbewusstsein enorm gestärkt. In Berchtesgaden waren die 3 Mädels (Theresa Bründl, Jenny Gerstung, beide D/C Kadermitglieder seit 2013/14 und Gina Naessens) egal wie Ashleigh fuhr immer weit voraus, was auf Dauer demotivierend für Ashleigh war. Die Fahrten und Wettkämpfe in Igls waren bewusst gewählt, um Ashleighs negativem Empfinden entgegen zu wirken, und dies, wie sich heraus stellte, mit großem Erfolg.

 

Wir haben uns in der Vergangenheit in Stillschweigen geübt und vieles geduldet, weil wir den Vorteil vom Skeleton als Sportart für ambitionierte Sportler/innen sehr früh erkannt haben. Aufgrund dessen habe ich Ashleighs Sommertraining übernommen und vor 1 ½ Jahren für Ashleigh einen strategischen Plan entworfen und den Inhalt ihres Trainingsprogramms individuell gestaltet, so wie es sich für einen ernstzunehmenden Trainingsbetrieb gehört. Ashleighs gute Leistung und die Ergebnisse der Saison 2014/15 war das Resultat davon und auch der Grund für Ashleighs Berufung in den BSD D/C Kader.

 

Wie dem auch sei, es liegt nahe, dass die Nachwuchsarbeit in der Saison 2014/15 eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Gründe für diese These habe ich genannt, sprich verglichen beispielsweise mit England gab es hierzulande keine nennenswerte Talentsuche. Der groß angekündigte ‚Anschlusskader‘ mit verstärkten Trainingsmaßnahmen existierte, so viel wir es beurteilen können, bis heute nur auf dem Papier. Zu dem kommt die Tatsache, dass der vorhandene Nachwuchs, der den Sport ausübt, auch noch das Gefühl hat, in ihrem sportlichen Tun nicht ernst genommen zu werden.

 

Nehmen wir das Beispiel Gina Naessens und Theresa Bründl, die trotz hervorragender Leistung beim 1. & 2. Europa Cup (auf einer fremden Bahn) eine Woche später keine Erlaubnis bekamen, am 3. und 4. Europa Cup auf deren Heimbahn am Königssee teilzunehmen. Statt dessen durften die beiden aus unerklärlichen Gründen aber gnädigster Weise als ‚Spurenfahrerinnen‘ mitfahren. Sogar der ICC Mannschaft war es nicht vergönnt, ihre Saison vollständig durchzuführen, trotz exzellenter Aussichten auf top Platzierungen in der Gesamtwertung.

 

Es gab jedenfalls einige negative Beispiele die ich noch erörtern könnte und die in der Summe zermürbend waren. Desillusioniert sieht Ashleigh und sehen wir Eltern als unterstützende Kraft für die Ausübung ihrer Sportart keinen nachvollziehbaren Grund, so weiter zu machen wie bisher. Aufgrund dessen blieb uns trotz Kaderzugehörigkeit nichts anderes übrig als Ashleighs Rücktritt von zukünftigen Bundesmaßnahmen bekannt zu geben. Dies haben wir schriftlich im April getan.

 

Ashleigh bleibt dem Verein BSC München treu und freut sich auf jeden Fall auf die Gelegenheit, für ihren Verein zukünftig fahren zu dürfen.

 

Von David Pittaway

 
Erstellt am 07. Dezember 2014

Von David Pittaway


In der jüngsten Vergangenheit waren wir (Ashleigh und ich) öfter nach dem Geheimnis ihres verbesserten Starts und den Startzeiten gefragt worden, hier ein Antwort auf diese Frage.


Leistungssport ist nach meiner Ansicht die erfolgreiche Übertragung und Vermittlung der Schönheit menschlicher Bewegung.


Die Frage der Schönheit ist allerdings eine axiologische. In historischer Sicht war Schönheit mit schöpferischer und freier Betätigung verknüpft, hauptsächlich hergeleitet aus griechischer und Renaissance-Ästhetik, in denen die Schönheit noch keine metaphysische Stellung eingenommen hatte. In der modernen Industriegesellschaft wird diese schöpferische und freie Betätigung ein Mittel zur Selbstverwirklichung, und die Schönheit menschlicher Bewegung wird hier in hohem Maße eine dialektische Einheit von Technik und Stil.


Erst die korrekte Technik des menschlichen Bewegens erlaubt eine bestmögliche Lösung bestimmter physikalischer Aufgabenstelllungen, z. B. Laufen mit dem Schlitten beim Start. Wer ein bestimmtes Bewegungsgebiet beherrschen möchte, muss sich mit der zugehörigen funktionell technischen Voraussetzung identifizieren, sie in sich aufnehmen und sie an seine persönlichen Voraussetzungen ausrichten. So wird die beherrschte Technik ein Zeichen der Fähigkeit des Einzelnen, sie dem persönlichen Verlangen unterzuordnen. Durch die so erworbene Technik wird immer – zu einem gewissen Grad – die Persönlichkeit des Einzelnen hervortreten. So schafft der Sportler eine Bewegungsstruktur, die das unverkennbare Zeichen der Persönlichkeit trägt, die einen Skeletonpilot/in vom anderen unterscheidet.


Schönheit bildet die Grundlage des leistungsbezogenen Starts; und Schönheit führt letztendlich zu den höheren Formen der ästhetischen und künstlerischen Kommunikation. Wenn man die Schönheit analysiert, kann man sie als einen „spezifischen Wert“ ansehen, der durch die Beziehung einiger Faktoren in der sogenannten Bewertungssituation definiert wird. Es sind diese:


1. der Wertende (beim Skeleton der Trainer/die Uhr);
2. das Bewertete (die Start und Endzeit des Sportlers);
3. die Wertungskriterien, durch welche Schönheit anerkannt wird (die Summe aller Kenntnisse und Auffassungen über Ästhetik, die der Wertende erworben         hat) und 
4. die Umgebung, in der sich die ästhetische Wechselwirkung zwischen Sportler/in und Gerät (Skeletonis und Schlitten) vollzieht.


All diese sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren treffen während des Ablaufs eines Trainings oder Wettkampfes zusammen und treten in der Persönlichkeit des Schöpfers einer Bewegung oder Bewegungsfolge zutage.


Die Bewegungstechnik


Wenn wir gute Skeletonis (oder Sportler irgendeiner anderen Bewegungsart) beobachten, wird eine detaillierte Analyse zeigen, dass ihre Bewegungen viel Gemeinsames haben, und diese gemeinsamen Eigenschaften sind Techniken.


Diese Techniken können als das gemeinsame Ergebnis rationalisierter Methoden betrachtet werden oder von Erfahrungsvorgängen, die die Grundvoraussetzung bilden für den Erwerb von Geschick beim Anschieben oder auf irgendeinem anderen Bewegungsgebiet, ob es bei Arbeit, Sport, Tanz oder allgemeiner Bewegung ist.


Um leichter die Rolle bewerten zu können, die die Technik in der menschlichen Bewegung spielt, ist es zweckmäßig, sie in drei Entwicklungsphasen einzuteilen. Die Grundphase ist die Aufbauphase, welche durch Wiederholung bestimmt wird, und mit der eine Standardtechnik erlangt wird. Mit Standardtechnik, erhöhter Geübtheit und wachsender praktischer Erfahrung nimmt der technische Bewegungsablauf eine relativ gefestigte Form an. Die Stabilisierungsphase ist nun erreicht. Hier macht die Technik keinen Fortschritt, sondern nimmt einen hemmenden Charakter an. Diese einschränkende Eigenschaft, die die Fortentwicklung der Bewegung bremst, wird als hemmende Belastung auf die motorische Tätigkeit empfunden. Die nächste, die Differenzierungsphase, macht den Weg frei für verschiedene Auffassungsrichtungen und ihre eigenen Trainingsmethoden; und dieses Stadium könnte als puristisch beschrieben werden.


Gemäß dieser Analyse zeigt die Technik den Entwicklungsstand der Bewegung an, die der Skeletonathlet in seinem Kampf um die Beherrschung seiner natürlichen Anlagen und seiner Umgebung erreicht hat.


Aspekte des Stils


Der Eindruck der Schönheit in einer Bewegung ist ihre körperliche Ausführung, die sich an die sinnliche Wahrnehmung richtet. Die Persönlichkeit des Sportlers bereichert die Technik, die erworben worden ist. So kann man Begriffe wie „persönlich geprägte Technik“ oder den „persönlichen Stil“ des Sportlers einführen. Um den Begriff „Stil“ noch genauer zu definieren, ist es nötig, dazu ergänzende Aspekte zu untersuchen.


1) Stil ist symptomatisch für angeborene Werte, das sind physiologische und psychologische. Es ist wichtig zu erkennen dass eine Störung des             Grundkonzepts der Schönheit einer Bewegung im Vortragsstil auftreten kann. Dies geschieht besonders, wenn die erforderliche Technik nicht der geistigen   und körperlichen Entwicklung des Einzelnen entspricht. Diese Situation muss vom Trainer erkannt werden, wenn er in der Trainingsphase bestimmte      Aufgaben formuliert; andernfalls werden niemals die gesteckten Ziele (Schönheit, Technik und daher Leistung) erreicht.


2) Im Vortragsstil wird ein Stadium erreicht, in dem sich die Einstellung des Aktiven zu einer Bewegung ändert, und diese veränderte Beziehung, verbunden mit einer gefestigteren Einstellung des Sportlers zu der Bewegung, mündet schließlich in die Entfaltung des Ausdrucks, der auch mit Anmut beschrieben werden kann. Diese Werte „Ausdruck“ und „Anmut“ stellen einen weiteren Aspekt des Stils dar. 


3) Auch eine Bewegung wie das Laufen auf dem Eis wird beeinflusst durch wechselnde Bedingungen. Hier begegnen wir der individuellen Dialektik der inneren und äußeren Faktoren. Objektive äußere Bedingungen können nur mittels der inneren spezifischen Bedingungen (angeborene Werte, das heißt             physiologische und psychologische wie z. B. Motivation) bezwungen werden, abhängig von der besonderen Persönlichkeit des Sportlers. Die Kenntnis dieser Faktoren ist nicht nur bei der Auswahl der bestmöglichen motorischen Lösung hilfreich, die der Situation angemessen ist, in der die Tätigkeit stattfindet.  Sondern auch für den Stil der daraus hervorgehenden Bewegungen.


Die Ausprägung des Stils entsteht daher durch unmittelbares Erkennen der Realität und wird durch die mittels Training angesammelte Erfahrung des Einzelnen gestaltet. Eine physikalische Bewegung stellt eine komplexe Struktur dar, die durch selektives Erkennen der aktuellen Erfordernisse und Berücksichtigung der zurückliegenden Erfahrungen im Training bestimmt wird. Daher beruht Stil in der Technik nicht nur auf zurückliegenden Erfahrungen in der Trainingsphase zur Bewältigung einer unmittelbaren Situation, sondern auch auf der Fähigkeit des Sportlers, angemessene Voraussetzungen für seine künftigen Bewegungen zu schaffen.


Wenn dieses Trainingsstadium erreicht ist, kann der Sportler die besondere motorische Fertigkeit planen und verwirklichen, die eine physikalische Aufgabenstellung löst. So wird ein dynamisches Arbeits– und Steuerungssystem entwickelt, dass es dem Einzelnen ermöglicht, schnelle Orientierung, Auswahl und Entscheidung in Wertungssituationen zu erreichen und gleichzeitig die erforderlichen motorischen Antworten zu geben, die (soweit menschenmöglich) die Vermittlung der schönen Bewegung als ästhetische Form der Kommunikation gewährleisten.


Die Einheit von Technik und Stil


Die Schönheit menschlicher körperlicher Aktivität gründet im Stil einer beherrschten Technik – in der dialektischen Einheit von Technik und Stil. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Beziehung zwischen Technik und Stil wegen der Integration zweier dynamischer und kollidierender Anteile veränderlich ist, die ihr Beispiel auf allgemeiner Ebene in der dialektischen Einheit von Subjekt und Objekt, dem Allgemeinen und dem Ungenormten finden.

 

Ergebnis


In dieser Interpretation von Leistungssport sehen wir die Schönheit als die Grundlage der Bewegung. Sie wird ein allgegenwärtiger Maßstab in jenen Körperbewegungen, in denen der Sportler nach höheren Graden seiner Ausführung strebt. In ihrem Zusammenhang mit lebenswichtigen menschlichen Beziehungen, die der Mensch durch seine Selbstformung erwirbt, wird sie eine der grundsätzlichen menschlichen Bedürfnisse; ein Bedürfnis, dass wir als Trainer und Pädagogen befriedigen müssen. Die logische Befriedigung dieses grundsätzlichen moralischen Bedürfnisses ist die bewertete Vorführung schöner Bewegung als ein Mittel ästhetischer und künstlerischer Kommunikation.


Das ist Leistungssport und so soll es auch beim Anschieben sein.

 


 

 
<< Start < Zurück 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Weiter > Ende >>