Olympiade 2022

04.-20.02.2022

Noch

989 Tage
Erstellt am 07. Dezember 2014

Von David Pittaway


In der jüngsten Vergangenheit waren wir (Ashleigh und ich) öfter nach dem Geheimnis ihres verbesserten Starts und den Startzeiten gefragt worden, hier ein Antwort auf diese Frage.


Leistungssport ist nach meiner Ansicht die erfolgreiche Übertragung und Vermittlung der Schönheit menschlicher Bewegung.


Die Frage der Schönheit ist allerdings eine axiologische. In historischer Sicht war Schönheit mit schöpferischer und freier Betätigung verknüpft, hauptsächlich hergeleitet aus griechischer und Renaissance-Ästhetik, in denen die Schönheit noch keine metaphysische Stellung eingenommen hatte. In der modernen Industriegesellschaft wird diese schöpferische und freie Betätigung ein Mittel zur Selbstverwirklichung, und die Schönheit menschlicher Bewegung wird hier in hohem Maße eine dialektische Einheit von Technik und Stil.


Erst die korrekte Technik des menschlichen Bewegens erlaubt eine bestmögliche Lösung bestimmter physikalischer Aufgabenstelllungen, z. B. Laufen mit dem Schlitten beim Start. Wer ein bestimmtes Bewegungsgebiet beherrschen möchte, muss sich mit der zugehörigen funktionell technischen Voraussetzung identifizieren, sie in sich aufnehmen und sie an seine persönlichen Voraussetzungen ausrichten. So wird die beherrschte Technik ein Zeichen der Fähigkeit des Einzelnen, sie dem persönlichen Verlangen unterzuordnen. Durch die so erworbene Technik wird immer – zu einem gewissen Grad – die Persönlichkeit des Einzelnen hervortreten. So schafft der Sportler eine Bewegungsstruktur, die das unverkennbare Zeichen der Persönlichkeit trägt, die einen Skeletonpilot/in vom anderen unterscheidet.


Schönheit bildet die Grundlage des leistungsbezogenen Starts; und Schönheit führt letztendlich zu den höheren Formen der ästhetischen und künstlerischen Kommunikation. Wenn man die Schönheit analysiert, kann man sie als einen „spezifischen Wert“ ansehen, der durch die Beziehung einiger Faktoren in der sogenannten Bewertungssituation definiert wird. Es sind diese:


1. der Wertende (beim Skeleton der Trainer/die Uhr);
2. das Bewertete (die Start und Endzeit des Sportlers);
3. die Wertungskriterien, durch welche Schönheit anerkannt wird (die Summe aller Kenntnisse und Auffassungen über Ästhetik, die der Wertende erworben         hat) und 
4. die Umgebung, in der sich die ästhetische Wechselwirkung zwischen Sportler/in und Gerät (Skeletonis und Schlitten) vollzieht.


All diese sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren treffen während des Ablaufs eines Trainings oder Wettkampfes zusammen und treten in der Persönlichkeit des Schöpfers einer Bewegung oder Bewegungsfolge zutage.


Die Bewegungstechnik


Wenn wir gute Skeletonis (oder Sportler irgendeiner anderen Bewegungsart) beobachten, wird eine detaillierte Analyse zeigen, dass ihre Bewegungen viel Gemeinsames haben, und diese gemeinsamen Eigenschaften sind Techniken.


Diese Techniken können als das gemeinsame Ergebnis rationalisierter Methoden betrachtet werden oder von Erfahrungsvorgängen, die die Grundvoraussetzung bilden für den Erwerb von Geschick beim Anschieben oder auf irgendeinem anderen Bewegungsgebiet, ob es bei Arbeit, Sport, Tanz oder allgemeiner Bewegung ist.


Um leichter die Rolle bewerten zu können, die die Technik in der menschlichen Bewegung spielt, ist es zweckmäßig, sie in drei Entwicklungsphasen einzuteilen. Die Grundphase ist die Aufbauphase, welche durch Wiederholung bestimmt wird, und mit der eine Standardtechnik erlangt wird. Mit Standardtechnik, erhöhter Geübtheit und wachsender praktischer Erfahrung nimmt der technische Bewegungsablauf eine relativ gefestigte Form an. Die Stabilisierungsphase ist nun erreicht. Hier macht die Technik keinen Fortschritt, sondern nimmt einen hemmenden Charakter an. Diese einschränkende Eigenschaft, die die Fortentwicklung der Bewegung bremst, wird als hemmende Belastung auf die motorische Tätigkeit empfunden. Die nächste, die Differenzierungsphase, macht den Weg frei für verschiedene Auffassungsrichtungen und ihre eigenen Trainingsmethoden; und dieses Stadium könnte als puristisch beschrieben werden.


Gemäß dieser Analyse zeigt die Technik den Entwicklungsstand der Bewegung an, die der Skeletonathlet in seinem Kampf um die Beherrschung seiner natürlichen Anlagen und seiner Umgebung erreicht hat.


Aspekte des Stils


Der Eindruck der Schönheit in einer Bewegung ist ihre körperliche Ausführung, die sich an die sinnliche Wahrnehmung richtet. Die Persönlichkeit des Sportlers bereichert die Technik, die erworben worden ist. So kann man Begriffe wie „persönlich geprägte Technik“ oder den „persönlichen Stil“ des Sportlers einführen. Um den Begriff „Stil“ noch genauer zu definieren, ist es nötig, dazu ergänzende Aspekte zu untersuchen.


1) Stil ist symptomatisch für angeborene Werte, das sind physiologische und psychologische. Es ist wichtig zu erkennen dass eine Störung des             Grundkonzepts der Schönheit einer Bewegung im Vortragsstil auftreten kann. Dies geschieht besonders, wenn die erforderliche Technik nicht der geistigen   und körperlichen Entwicklung des Einzelnen entspricht. Diese Situation muss vom Trainer erkannt werden, wenn er in der Trainingsphase bestimmte      Aufgaben formuliert; andernfalls werden niemals die gesteckten Ziele (Schönheit, Technik und daher Leistung) erreicht.


2) Im Vortragsstil wird ein Stadium erreicht, in dem sich die Einstellung des Aktiven zu einer Bewegung ändert, und diese veränderte Beziehung, verbunden mit einer gefestigteren Einstellung des Sportlers zu der Bewegung, mündet schließlich in die Entfaltung des Ausdrucks, der auch mit Anmut beschrieben werden kann. Diese Werte „Ausdruck“ und „Anmut“ stellen einen weiteren Aspekt des Stils dar. 


3) Auch eine Bewegung wie das Laufen auf dem Eis wird beeinflusst durch wechselnde Bedingungen. Hier begegnen wir der individuellen Dialektik der inneren und äußeren Faktoren. Objektive äußere Bedingungen können nur mittels der inneren spezifischen Bedingungen (angeborene Werte, das heißt             physiologische und psychologische wie z. B. Motivation) bezwungen werden, abhängig von der besonderen Persönlichkeit des Sportlers. Die Kenntnis dieser Faktoren ist nicht nur bei der Auswahl der bestmöglichen motorischen Lösung hilfreich, die der Situation angemessen ist, in der die Tätigkeit stattfindet.  Sondern auch für den Stil der daraus hervorgehenden Bewegungen.


Die Ausprägung des Stils entsteht daher durch unmittelbares Erkennen der Realität und wird durch die mittels Training angesammelte Erfahrung des Einzelnen gestaltet. Eine physikalische Bewegung stellt eine komplexe Struktur dar, die durch selektives Erkennen der aktuellen Erfordernisse und Berücksichtigung der zurückliegenden Erfahrungen im Training bestimmt wird. Daher beruht Stil in der Technik nicht nur auf zurückliegenden Erfahrungen in der Trainingsphase zur Bewältigung einer unmittelbaren Situation, sondern auch auf der Fähigkeit des Sportlers, angemessene Voraussetzungen für seine künftigen Bewegungen zu schaffen.


Wenn dieses Trainingsstadium erreicht ist, kann der Sportler die besondere motorische Fertigkeit planen und verwirklichen, die eine physikalische Aufgabenstellung löst. So wird ein dynamisches Arbeits– und Steuerungssystem entwickelt, dass es dem Einzelnen ermöglicht, schnelle Orientierung, Auswahl und Entscheidung in Wertungssituationen zu erreichen und gleichzeitig die erforderlichen motorischen Antworten zu geben, die (soweit menschenmöglich) die Vermittlung der schönen Bewegung als ästhetische Form der Kommunikation gewährleisten.


Die Einheit von Technik und Stil


Die Schönheit menschlicher körperlicher Aktivität gründet im Stil einer beherrschten Technik – in der dialektischen Einheit von Technik und Stil. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Beziehung zwischen Technik und Stil wegen der Integration zweier dynamischer und kollidierender Anteile veränderlich ist, die ihr Beispiel auf allgemeiner Ebene in der dialektischen Einheit von Subjekt und Objekt, dem Allgemeinen und dem Ungenormten finden.

 

Ergebnis


In dieser Interpretation von Leistungssport sehen wir die Schönheit als die Grundlage der Bewegung. Sie wird ein allgegenwärtiger Maßstab in jenen Körperbewegungen, in denen der Sportler nach höheren Graden seiner Ausführung strebt. In ihrem Zusammenhang mit lebenswichtigen menschlichen Beziehungen, die der Mensch durch seine Selbstformung erwirbt, wird sie eine der grundsätzlichen menschlichen Bedürfnisse; ein Bedürfnis, dass wir als Trainer und Pädagogen befriedigen müssen. Die logische Befriedigung dieses grundsätzlichen moralischen Bedürfnisses ist die bewertete Vorführung schöner Bewegung als ein Mittel ästhetischer und künstlerischer Kommunikation.


Das ist Leistungssport und so soll es auch beim Anschieben sein.

 


 

 
Erstellt am 27. November 2014
 So optimal war Ashleighs Start in die Saison dann doch nicht!
 

Ashleighs Missgeschick mit ihrem Schlitten in Altenberg war problematischer als ursprünglich gedacht. Die daraus resultierende Fußverletzung hatte eine 3 ½wöchige Zwangspause zur Folge. Am 13.11.2014 nahm Ashleigh wieder am Bahntraining am Königssee teil und konnte einen kleinen Erfolg für sich verbuchen.

Zum ersten Mal in Ashleighs Karriere als Skeleton Fahrerin gelang es ihr, nach einem langsamen Start, ihre Rangfolge während der Fahrt ins Ziel zu verbessern, Siehe unter Trainingsergebnisse. In der Vergangenheit war es umgekehrt, es wurde mit zunehmender Fahrt zwar schneller gefahren aber gegenüber der Konkurrenz rutschte sie bei den Platzierungen immer weiter nach hinten.

Ashleigh freute sich über eine, für sie, geglückte Trainingseinheit war aber etwas unglücklich über die Tatsache, dass ihr Fuß in bestimmten Positionen immer noch schmerzte.

Alles nicht so tragisch wie die Tatsache, dass Ashleigh zwei Nationale Selektionslehrgänge und die Teilnahme (als Jugendolympiade Kandidatin) für Deutschland beim ersten und zweiten Europa-Cup in Lillehammer verpasste.

Noch 2 Wochen Schonzeit und dann wird Ashleigh voll einsatzfähig sein. Gerade noch rechtzeitig für den ersten von 5 Landesvergleichslehrgängen, der am 07.12. in Winterberg startet. Bericht folgt dann.

DP


 

 
Erstellt am 24. November 2014
 Optimaler Start in die Wintersaison 2014/15
 

Nach zwei Podiumsplätzen bei zwei Internationalen Anschubmeisterschaften (Italienische Vizemeisterin in der Damenklasse und 1. Platz bei der Schweizer Meisterschaft U18) startete Ashleigh letzte Woche hoffnungsvoll in die Wintersaison 2014/15.

Besser hätte die Saison tatsächlich nicht beginnen können. Zum ersten Mal ist BSC München Fahrerin Ashleigh von den Trainern Dirk Matschenz und David Lingmann ausgewählt worden, um an den diesjährigen Selektionsrennen (Qualifikation für WC, ICC, EC + YOG (Youth Olympic Games / Jugendolympiade) teilzunehmen.

Der erste von drei Selektionslehrgängen fand in Altenberg (20. – 26. Oktober) statt. Die Bobbahn in Altenberg gilt als eine der schwierigsten der Welt und deshalb startete Ashleigh mit dem Training nicht sofort von ganz oben sondern erst vom Damenstart weiter unten. Nach 7 Fahrten vom Damenstart ging es dann hoch zum Bobstart. Es gab 2 Fahrten zum Eingewöhnen und dann fing der Fahrspaß mit über 100 k/mh richtig an.

So wie bei den Anschubwettbewerben in Italien und der Schweiz gelang Ashleigh ein nicht zu erwartender Trainingserfolg. In den ersten 4 Tagen des Lehrgangs ist es Ashleigh gelungen, sich regelmäßig unter den ersten 10 Damen der deutschen Spitze zu etablieren. Beim Abschlusstraining am 24. Oktober platzierte sich Ashleigh, nach Addition der beiden Fahrzeiten, auf dem 7. Platz der gesamten deutschen Elite.   

Beim Einladen des Schlittens kurz vor dem ersten Abschlussrennen am Samstag knickte sie leider um, verletzte ihren Fuß und zog sich eine Schnittwunde im Gesicht zu. Alles scheinbar nicht so schmerzhaft wie die Tatsache, dass sie daraufhin an den beiden Abschlussrennen nicht teilnehmen konnte.  

Abgesehen von dem Missgeschick war der Lehrgang ein voller Erfolg und eine Bestätigung des harten Trainings in den Sommermonaten. Sie hofft nun auf baldige Genesung und eine Fortsetzung ihrer guten Leistungen. 

 


 

  
 
Erstellt am 27. Oktober 2014
Titel verteidigt bei den Schweizer Anschubmeisterschaft in Andermatt
 
 
 

Bei bestem Sommerwetter haben auf der Anschubbahn in Andermatt am letzten Wochenende die 17. Offiziellen Schweizer-Startermeisterschaften stattgefunden.

Viele Athleten/Innen, unter anderem mit Teams aus Grossbritannien, boten den erfreulich vielen Zuschauern spannende Wettkämpfe. Für die einzige Starterin im Skeleton aus dem Ausland, Ashleigh vom BSC München, hieß es dieses Jahr, ihren Titel vom letzten Jahr zu verteidigen.

Das gelang ihr dieses Mal auch problemlos und sie konnte in der Altersklasse U18 erneut das oberste Stockerl erklimmen.

Unten die Ranglisten der 17. Starter Schweizermeisterschaften für Skeleton.

 

Ausschreibung                             Ergebisse

 

 


 

 
Erstellt am 30. September 2014
Unverhoffter Erfolg bei der italienischen Anschubmeisterschaft  
 
 
 
Am letzten Wochenende fand in der italienische Traumkulisse Cortina d'Ampezzo die erste international besetzte italienische Anschubmeisterschaft statt. Mit Startern aus insgesamt 6 Nationen (Belgien, Italien, Deutschland, Slowenien, USA und Österreich) war es ein gut besetztes Rennen. BSC München Starterin Ashleigh ging als einzige Deutsche Starterin auf die Tartanbahn.
 
Nach zwei regenreichen Trainingseinheiten Freitag und Samstag konnte der Wettkampf am Sonntag Vormittag bei strahlendem Sonnenschein stattfinden, zur Freude aller Beteiligten.
 
Ashleigh startete mit ihren 14 Jahren in der einzigen Damenklasse und konnte sich nach 3 Läufen (bei denen 2 in die Wertung kamen) mit einem 2. Platz hinter Kim (18) aus Belgien mit einer sehr guten Leistung vorstellen. Den 3. Platz belegte die 25-jahrige Slowenin Sara. Mit dem Ergebnis konnte Ashleigh mehr als zufrieden sein und bestätigt ein weiteres Mal ihre momentane gute Verfassung.
 
Ein besonderer Dank gilt hiermit den italienischen Veranstaltern für die super Organisation des Wochenendes, wir freuen uns jetzt schon auf's nächste Jahr!
 
Nun heißt es für Ashleigh nächstes Wochenende bei den Schweizer Anschubmeisterschaften in Andermatt ihren Titel vom letzten Jahr zu verteidigen. Viel Glück dabei!
 
 


 
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